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GRadmesserDer ADFC testet Münchner Radfahrsituationen |
Sieben Jahre lang haben wir vom ADFC München - anfangs regelmäßig, später sporadischer - Beispiele für gute und schlechte Radfahrsituationen in München vorgestellt und bewertet. Wir haben gute innovative Lösungen lobend vorgeführt, um sie auch in anderen Bereichen als Vorbilder wirksam werden zu lassen. Wir haben aber auch Missstände an den Pranger gestellt, um somit zum Widerspruch bei den Betroffenen sowie zum Nachdenken bei den Verantwortlichen anzuregen. Dass der Gradmesser auch letztere erreicht hat, haben wir (vor allem bei schlechten Bewertungen) immer wieder einmal erfahren. Die Reaktion kam oft prompt und zuweilen etwas verschnupft.
Dass kritisierte Lösungen in unserem Sinne revidiert worden wären, konnten wir leider kaum feststellen. Wer baut schon eine neu gestaltete Kreuzung gleich noch einmal um, nur weil sich ein paar Radfahrer dadurch gefährdet sehen? Doch haben wir das wirklich erwartet? Nein. Deshalb wollten wir durch unsere Beispiele in erster Linie in die Zukunft wirken und Planer und Entscheider zu einem besseren Hinsehen bewegen. Ziel war es, ein Bewusstsein herauszubilden, das bei späteren Projekten zu besseren Lösungen führen sollte. Und tatsächlich sind wir sicher, dass gelungenere Folgeprojekte - zumindest in einigen Fällen - nicht nur auf eigene Erkenntnisse und Erfahrungen der Verantwortlichen zurückzuführen, sondern auch Ergebnis unserer Lobbyarbeit sind, in der der Gradmesser in den letzten sieben Jahren ein wichtiger Mosaikstein war.
Dennoch glauben wir, dass sich das Konzept Gradmesser überlebt hat. Immer schwerer wurde es in der letzten Zeit, Misstände zu kritisieren ohne sich zu wiederholen. Immer weniger leicht waren wirklich innovative Lösungen zu finden, die wir hätten lobend hervorheben können. Daher erteilen wir jetzt mit unserer neuen Serie "DIE DREI..." unseren Leserinnen und Lesern das Wort.